Fotografie

Sehzentrum

Richtig herum

Im Sehzentrum werden die Informationen aus beiden Augen empfangen und zu einem Seheindruck verarbeitet. Also zu dem, was wir wahrnehmen. Bei der Verarbeitung wird z.B. das Bild um 180° gedreht. Dies kann man durch ein einfaches Experiment selbst erfahren:

Durch den Druck werden die Stäbchen auf der Seite des Fingers irritiert, dadurch entsteht der schwarze Punkt. Da das Gehirn die empfangenen Bilddaten erstmal umdreht, entsteht der Punkt auf der gegenüberliegenden Seite des Auges.
Dieses Drehen des Bildes beherrscht unser Gehirn nicht von Haus auf. Alle Neugeborenen sehen die Welt auf dem Kopf. Erst nach einer gewissen Zeit - wenn das Gehirn oben und unter unterscheiden kann - wird das Bild umgedreht. Dies wurde auch schon an erwachsenen Menschen ausprobiert: Diese bekamen ein Brillengestell mit Prismen, welche das Bild umdrehte. Nach einiger Zeit hatte sich ihr Gehirn daran gewöhnt und das Bild wieder richtig dargestellt.

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Blinder und Gelber Fleck

Weiterhin werden die Fehlstellen (Gelber und Blinder Fleck) im Auge korrigiert:

Gibt es keine Information in der Nähe des Blinden Flecks, aus welcher das Gehirn das Bild im Blinden Fleck rekonstruieren kann, fehlt einfach was.

Um den Blinden Fleck zu finden:

Bild zum Blinden Fleck suchen
Ein Auge zu und der Mond ist weg.
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Muster

Das menschliche Gehirn arbeitet am liebsten mit Mustern. Beispiele gibt es genügend:

So ist funktioniert das auch bei Bildern:
Ein Automodell, welches ein Betrachter zum ersten Mal sieht, wird anhand für Autos typischer Merkmale, als Auto wieder erkannt.
Wird nur ein kleiner Teil des Gegenstandes abgebildet, kommt es darauf an, ob dieser Teil für den Gegenstand typisch ist (Ein Lenkrad weist z.B. auf ein Auto hin, eine einzelne Schraube nicht unbedingt).
Ein weiteres Beispiel stellt folgendes Bild dar:


Was kann man erkennen?

Ist ganz einfach, wenn man weiß, was man suchen soll: Lösung Bildrätsel. Danach das Fenster wieder schließen und das Bild oben betrachten. Jetzt erkennt das Gehirn, was auf dem Bild dargestellt wird.

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Betrachten

Durch Bewegung der Augen verändert sich unser Blickfeld ständig. Diese Bewegungen werden beim Betrachten so gesteuert, dass alle 0,2 bis 0,6 s ein stehendes Bild auf der Netzhaut entsteht.
Diese Bewegungen nennt man auch Sakkaden, die Ruhezeiten dazwischen Fixationen. Sakkaden sind die schnellsten Bewegungen zu denen die der menschliche Körper fähig ist und erreichen Geschwindigkeiten bis zu 500°/s. Das Ziel einer Sakkade ist im Voraus geplant und das Gehirn unterdrückt den visuellen Eindruck während der Bewegung. Dadurch wird sichergestellt, dass das Bild nicht verwischt erscheint.
Beim Betrachten eines Gegenstandes oder eines Bildes wandern unsere Augen über das Bild und im Gehirn entsteht ein aus kleinen Stückchen zusammengesetztes Bild des Ganzen. Dabei wandert unser Auge von einem interessanten Punkt zum nächsten. Wohin das Auge wandert hängt ganz vom dargestellten Bild ab. Je nach Anordnung der interessanten Stellen in einem Bild, wandert der Blick also anders über das Bild.
Somit kann man also mit geschickter Bildgestaltung den Blick des Betrachters über das Bild leiten. Gute Bilder schaffen einen Einstiegspunkt für die Aufmerksamkeit und sorgen dafür, dass der Blick nicht sofort wieder abgewandt, sondern auf dem Bild bleibt.
Dazu ein Beispiel:

Beispiel für Sakkaden und Fixationen
Beispiel für Sakkaden
und Fixationen

Dieses Bild ist ein typisches Beispiel für Bewegung der Augen über ein Bild. Die grauen Linien stellen beispielhaft den Weg der Augen nach - ich hab leider kein Eyetracking-System, deswegen sind die Linien mit der Hand gemalt.
Was man bei diesem Beispiel sieht, ist typisch bei Gesichtern: die Augen wandern im Dreieck zwischen Mund und Augen hin und her. Das ist ganz natürlich, denn dieser Bereich des Gesichtes sagt sehr viel über die momentane Stimmungslage der abgebildeten Person aus.

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Drei Dimensionen

Das Sehe in der dritten Dimension kann in zwei Bereiche aufgeteilt werden. Den Nahbereich und den Fernbereich.
Im Nahbereich wird durch das Zusammenspiel beider Augen dreidimensional gesehen. Dies hat zur Folge, dass die Lage von Gegenständen im Greifbereich eindeutig erkannt und diese gezielt gegriffen werden können.
1. Experiment zum dreidimensionalen Sehen - Skizze
Erstes Experiment zum
dreidimensionalen Sehen
Das funktioniert deswegen, weil ein Objekt, welches mit beiden Augen fixiert wird, aus zwei leicht unterschiedlichen Perspektiven gesehen wird. Dabei werden die Augen leicht zu Nase hin verdreht, so dass das Objekt auf korrespondierenden Stellen der Netzhaut beider Augen abgebildet wird.
Einfaches Selbstexperiment:

Der Daumen scheint vor dem Hintergrund hin und her zu springen.
Alle Objekte die nun gleich weit entfernt sind wie er Daumen, werden als ein Bild wahrgenommen. 2. Experiment zum dreidimensionalen Sehen - Skizze
Zweites Experiment zum
dreidimensionalen Sehen

Dies geschieht deswegen, da er zum einen nicht mehr im Fokus der Linsen liegt (unscharf) und zum anderen, weil er nicht mehr auf korrespondierenden Stellen der Netzhaut beider Augen abgebildet wird (doppelt).
Diese Art des dreidimensionalen Sehens funktioniert nur im Nahbereich, da unsere Augen ca. 8 cm weit von einander entfernt sind und somit nur bei geringer Entfernung zum Objekt zwei deutlich unterschiedliche Bilder sehen können.
Im Fernbereich kann man aber trotzdem Entfernungen zwischen Objekten abschätzen. Dies funktioniert auch wunderbar mit nur einem Auge. Dafür sind wieder unser Gehirn und die darin gesammelte Erfahrung verantwortlich. Einige Anhaltspunkte für das Erkennen von unterschiedlichen Entfernungen sind:

Beispiele zur Liste oben
Dreidimensionales Sehen ferner Gegenstände
Quellen im Netz:
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Diese Art des Erkennens der dritten Dimension machen sich die zweidimensionalen Abbildungen wie Malereien, Zeichnungen, Fotos usw. zu Nutze. Fehlen im Bild oben genannte Anhaltspunkte, kann unser Gehirn die wirkliche Anordnung von Objekten im Raum nicht mehr korrekt erkennen. Dies verwirt den Betrachter. Bei einem Foto kann sich das, so lange es nicht gewollt und bewusst eingesetzt wird, negativ auswirken. Beispiele, bei denen dass so gewollt ist, sind z.B. die Bilder von MC Escher. Eine einfache Suche nach "Escher" bei Google liefert einige Seite, auf denen man unter anderem seine Werke betrachten kann.

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3D-Fotos

Um die dritte Dimension, wie sie mit zwei Augen gesehen wird, abzubilden, muss für jedes der beiden Augen ein Bild mit leicht verändertem Blickwinkel angeboten werden. Dazu gibt es verschiedene Verfahren: Fotografieren:

Darstellen:

Weiter geht es mit dem Farbempfinden.

Fotografie auf www.puchner.org | Kontakt | letzte Änderung: 2004-02-07 | nach oben