Fotografie

Aufbau einer Kamera

Prinzip

Am Prinzip der Kamera hat sich seit den Anfängen der Fotografie nichts geändert: Durch ein Loch fällt Licht in ein ansonsten lichtdicht verschlossenes Gehäuse. Dort ist ein lichtempfindliches Element angebracht, welches es ermöglicht die Menge des auftreffende Licht zu messen und zu speichern.
Durch über 150 Jahre technische Entwicklung wurde dieses einfache Prinzip um einige Komponenten erweitert und laufend verbessert. Die wichtigsten sind in folgender Grafik dargestellt.
Dabei handelt es um eine Digitalkamera der Unterschied zu einer Filmkamera besteht im Wesentlichen nur darin, dass in dieser ein Sensor mit Speicherkarte statt einem Film inklusive Transporteinrichtung verwendet wird.

Aufbau einer Digitalkamera
Aufbau einer Digitalkamera

Die einzelnen Komponenten und deren Funktion wird im Folgenden erklärt.
Die Bedienung einer Kamera und die dazu nötigen Einzelteile werden unter [Fotografieren - Bedienung einer Kamera] erklärt.
Aus oben genannten drei Komponenten (Gehäuse, Loch und lichtempfindliches Element) kann man schon einen Fotoapparat bauen, in dem man z.B. Fotopapier in einer Teedose platziert und dieses durch ein Loch belichtet. Diese Teedose ist dann eine Lochkamera.
Um ein möglichst scharfes Foto zu bekommen, muss das Loch sehr klein sein. Dies hat zur Folge, dass man lange belichten muss (30 Sekunden und länger). Idealerweise trifft von jedem Punkt des Motivs nur ein Lichtstrahl auf das Fotopapier, denn jeder Punkt wird in der Kamera als Abbild des Lochs dargestellt und wenn dieses groß ist, vermischen sich die einzelnen Punkte zu einem unscharfen Abbild. Siehe auch: Camera obscura.

Camera obcura: Lochkamera
Camera obscura: Lochkamera
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Optik

Linse

Um kürzere Belichtungszeiten zu realisieren, muss man mehr Licht in die Kamera lassen. Dies funktioniert nur, indem man das Loch größer macht. Dann treffen aber mehr Lichtstrahlen von jedem Bildpunkt auf den Film und das Bild wird unscharf. Um die Bildschärfe zu erhöhen kann man eine Sammellinse einsetzten, welche die Lichtstrahlen jedes Punktes des Motivs auf einen Punkt auf dem Film fokussiert. Dies funktioniert nur mit Punkten, welche den gleichen Abstand zur Linse haben optimal [Abbildung mit einer Linse], ist das Motiv näher an der Kamera oder weiter weg, wird es unscharf. Mit dem Wissen kann man trotzdem relativ viele Motive mit einer solchen Kamera fotografieren.
So eine Kamera mit Fixfokus ist zum Beispiel die Boxkamera. Diese war für Rollfilm gedacht und um die Mitte des 20. Jahrhunderts eine preiswerte Möglichkeit einen Fotoapparat zu besitzen.
Bei den meisten Boxkameras ist die Linse so eingestellt, dass der Bereich ab ca. 3 m bis Unendlich in der Schärfentiefe liegt.

Boxkamera Optomax Snycrona
Boxkamera Optomax Snycrona

Fokus

Durch den fixen Fokus ergeben sich einige Nachteile, so muss man mit einer relativ kleinen Blende (z.B. f/8) fotografieren, um einen möglichst großen Schärfebereich zu erhalten. Dies hat zur Folge, dass man lange belichten muss und so die Gefahr von Verwackeln besteht oder man unscharfe Motive auf Grund ihrer Bewegung bekommt.
Will man mit kürzeren Zeiten belichten, muss mehr Licht in die Kamera kommen. Dazu könnte man eine größere Blende verwenden, was aber zur Folge hätte, dass die Schärfentiefe sinkt und damit der Entfernungsbereich, in dem fotografiert werden kann.
Als weitere Konsequenz aus dem festen Schärfebereich sind solche Kameras vor allem für Objekte im Nahbereich kleiner als 5 m nicht geeignet. Aufnahmen in Wohnräumen, Makroaufnahmen oder für Portraits können also nicht gemacht werden.
Um beide Nachteile zu beseitigen muss man die Schärfe verschieben können. Dadurch kann man mit größeren Blendenöffnungen fotografieren und im Nahbereich scharf stellen.
Das kann man erreichen, indem man z.B. eine Nahbereichslinse vor die Kameralinse schraubt oder besser noch, eine verschiebbare Kameralinse verwendet.
Meist erreicht man die Verschiebbarkeit, indem man die Linse in eine Röhre mit Gewinde einsetzt und durch Drehen diese Röhre ins Gehäuse oder heraus schraubt. Dadurch verändert sich der Abstand zwischen Linse und Bildebene und damit die Fokussierung. Verschiebbare Linsen werden z.B. in günstigen Handys zum Fotografieren verwendet.

Objektiv

Will man eine bessere Qualität erreichen, muss man mehrere Linsen zu einem Objektiv kombinieren. Dadurch lassen sich viele Abbildungsfehler reduzieren und sowohl Fokus- als auch Brennweitenänderungen (siehe Zoomobjektiv) durchführen.
Selbst bei den meisten modernen Smartphonekameras werden mehrere Linsen zu einem Miniobjektiv kombiniert.
Mehr zum Thema Objektiv findet sich hier: Objektiv.
Zur Ermittlung der richtigen Einstellung muss man die Entfernung zum Motiv bestimmten und einstellen können: Fokussieren.

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Verschluss

Der Verschluss an gehört zu essentiellen Bauteilen an einer Kamera. Er öffnet und schließt sich um Licht für eine vorher eingestellte Belichtungszeit in die Kamera fallen zu lassen.
Ein Verschluss muss absolut lichtdicht sein wenn er zu ist, sich schnell öffnen und schließen und exakt und wiederholbar die Belichtungszeit einhalten.
Je nach Anordnung im Strahlengang kann man zwei Arten von mechanischen Verschlüssen unterscheiden.

Zentralverschluss

Der Zentralverschluss liegt zentral im Objektiv und damit zum einen auf der optischen Achse und zum anderen auf der bildseitigen Hauptebene. Ansonsten käme es zu Vignettierungen durch das Öffnen und Schließen des Verschlusses. Kameras mit Wechselobjektiv verwenden deswegen selten einen Zentralverschluss, da ansonsten in jedem Objektiv ein Verschluss eingebaut werden muss und der Film beim Objektivwechsel nicht verdeckt wäre.
geöffneter Verschluss
Verschluss einer Braun Paxina
Zum Verschließen der Öffnung werden eine oder mehrere Lamellen verwendet. Die Größe bzw. die Masse der einzelnen Lamellen beeinflussen die Geschwindigkeit, mit der diese geöffnet und geschlossen werden können und damit die minimale Belichtungszeit. Umso kleinere und damit leichte Lamellen man einsetzt, desto eher können kurze Belichtungszeiten erreicht werden.
Die einfachste Art des Verschlusses ist direkt an den Auslöser gekoppelt. Um damit genügend Energie zum Öffnen und Schließen des Verschlusses erzeugen zu können, muss der Auslöser einen langen Hub haben.
Der rechts gezeigte Verschluss hat drei Einstellungen: kurze Belichtungszeit, lange Belichtungszeit und Langzeitbelichtung. Dies wird durch einen Hebel verstellt, welcher für die kurze Belichtungszeit eine zusätzliche Feder zu Spannung des Auslösers in Position bringt. Für die Langzeitbelichtung wird der Verschluss am Zurückschnappen gehindert.
Beim Betätigen des Auslösers werden erst die Federn vorgespannt, anschließend wird die Federspannung freigesetzt und damit der Verschluss geöffnet und dann wieder geschlossen.
Der Verschluss selbst ist aus zwei Lamellen aufgebaut, welche sich scherenförmig öffnen und schließen. Solche Verschlüsse aus zwei Lamellen findet man auch heute noch bei den meisten kompakten Digitalkameras. Dort werden diese aber elektromagnetisch angetrieben.
Kompliziertere mechanische Verschlüsse mit mehr Möglichkeiten zur Einstellung der Belichtungszeit (meist zwischen 1s und 1/500s) müssen aufgezogen werden. Dadurch ergibt sich auch, dass zum Auslösen nur ein ganz kurzer Weg benötigt wird und man dadurch schneller ist.
Das Aufziehen des Verschlusses geschieht entweder durch einen Hebel am Objektiv oder beim Filmtransport. Wenn der Verschluss an den Filmtransport gekoppelt ist, kann man automatisch Doppelbelichtungen und sogar das Auslassen eines Negativs vermeiden, in dem man beim Filmtransport den Verschluss spannt und den Filmtransport erst wieder frei gibt, nach dem ausgelöst wurde.
Aufgezogene Verschlüsse haben ein Hemmwerk zum Erreichen der Unterschiedlichen Belichtungszeiten und meist fünf um die optische Achse angeordnete Lamellen, welche aus und in den Strahlengang geschwenkt werden.

Verschluss Verschluss
Verschluss einer Digitalkamera mit zwei Lamellen und elektromagnetischen Antrieb Verschluss einer Agfa Isolette mit 5 Lamellen

Durch die fünf Lamellen, welche ähnlich einer verstellbaren Blende funktionieren, wird, vor allem bei kurzen Belichtungszeiten, die Schärfentiefe noch erweitert. Dies liegt daran, dass der Verschluss eine gewissen Zeit benötig bis er vollständig geöffnet bzw. verschlossen ist. Dadurch wirkt er für kurze Zeit wie eine Blende.
Da beim Öffnen und Schließen schon Licht durch den Verschluss kommt, zählt auch diese Zeit schon zur Belichtungszeit. Die kürzeste Belichtungszeit ist also die Hälfte der Zeit die benötigt wird den Verschluss zu öffnen und umgehend wieder zu schließen.
Die Weiterentwicklung der rein mechanischen Steuerung des Verschlusses ist die elektronische Steuerung, bei der entweder die Belichtungszeit vorgegeben oder aus der Helligkeit des Motivs und der gewählten Blende ermittelt wird.
Die Bewegung des Verschlusses wird dann mit Hilfe von Elektromagneten erreicht.
Eine andere Variante des Verschlusses ist der Schlitzverschluss.

Der Schlitzverschluss

Der Schlitzverschluss sitzt im Kameragehäuse und besteht aus zwei unabhängigen Vorhängen, welche in einem bestimmten zeitlichen Abstand (Belichtungszeit) das Bildfenster frei geben und wieder verschließen.
Die Vorhänge selbst können aus Stoff oder als Lamellen aus Kunststoff ausgeführt sein.

Tuchvorhang Lamellenvorhang
Schlitzverschluss mit Tuch Schlitzverschluss mit Metalllamellen
Tuch in Aktion Lamellen in Aktion
Der erste Vorhang ist noch nicht ganz offen, da läuft der zweite schon los. Lamellenschlitzverschluss in Aktion

Durch die beiden Vorhänge wird sichergestellt, dass jeder Teil des Bildes gleich belichtet wird. Da jeder der beiden Vorhänge je nach Modell zwischen 1/60 s oder 1/250 s benötigt um das Bild vollständig frei zu geben bzw. wieder zu verdecken, wird bei Belichtungszeiten unter diesem Wert immer nur ein Teil des Bildes gleichzeitig belichtet. Es entsteht also ein Schlitz, der über das Bild wandert.
Diese Animation soll den Vorgang verdeutlichen:

Animation eines Schlitzverschlusses
Animation eines Schlitzverschlusses bei einer Belichtungszeit von 1/125s = 0,008s

Dies kann z.B. bei kurzen Belichtungszeiten und schnell vorbei fahrenden Fahrzeugen zu optischen Verkürzung oder Verlängerung des Fahrzeugs führen, da sich das Objekt während der Belichtung bewegt. Die Bewegungsschärfe bleibt aber erhalten.
Damit der Blitz bei vollständig geöffnetem Verschluss abgefeuert werden kann, darf die Belichtungszeit beim Fotografieren mit Blitz nicht kürzer als oben genannte Zeit sein darf. Diese Zeit wird als Blitzsynchronzeit bezeichnet. Wird mit einer kürzeren Zeit belichtet, ist nur der Teil des Fotos vom Blitz erhellt. Der Blitz selbst leuchtet nur ca. 1/ 1000s.

Elektronischer Verschluss

Bei einer Digitalkamera ist es ein mechanischer Verschluss nicht unbedingt nötig. So wird z.B. die Vorschau auf dem Display ohne das ständige Öffnen und Schließen eines Verschlusses erzeugt. Stattdessen wird der Sensor mit einer bestimmten Frequenz ausgelesen und somit geleert, um ein neues Bild aufzunehmen. Oft wird der mechanische Verschluss dann nur zum Beenden der eigentlichen Belichtung eingesetzt, damit beim Auslesen der Pixel keine weiteren Ladungen durch weiteren Lichteinfall entstehen. Je nach eingesetztem Sensor könnte das dann zu Smearing oder Fehlbelichtungen führen.
Mit Elektronischen Verschlüssen bzw. in Kombination mit einem mechanischen Verschluss kann man sehr kurze Belichtungszeiten erreichen. In der Regel sind 1/2000s bis 1/1000s, bei besonderen Kameras es aber auch bis zu 1/20000s möglich.
Wird auf einen mechanischen Verschluss ganz verzichtet und die Belichtungszeit alleine über das An- und Abschalten des Sensors gesteuert, bezeichnet man das als elektronischen Verschluss. Dieser wird z.B. bei Smartphones oder Webcams eingesetzt, da man hier aus Platz und Kostengründen auf die mechanische Variante verzichtet.

Auslöser

Der Auslöser startet die Belichtung, in dem er den Verschluss öffnet und somit Licht in die Kamera kommt. Dieser kann über einen Hebelmechanismus direkt mit dem Verschlussverbunden sein oder die Belichtung elektronisch starten. Seit der Einführung von Belichtungsprogrammen, haben die meisten Auslöser zwei Stufen.

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Blende

Die Blende ist eine möglichst kreisrunde Öffnung durch welche das Licht in die Kamera fällt. Sie kann vor, in oder hinter dem Objektiv oder der Linse angebracht sein. Meist sitzt sie im Objektiv.

Lochblende

Einfache, feste Lochblenden sollen verhindern, dass Lichtstrahlen aus dem Randbereich der Optik auf das Bild fallen um Abbildungsfehler zu minimieren.
Man kann mit einer Blende aber auch die Belichtung beeinflussen und so bei hellem Licht eine kleine und bei wenig Licht eine große Blende verwenden. Um dabei flexibel auf die Umgebungsbedienungen reagieren zu können hilft es, wenn die Blende sich möglichst einfach ändern lässt. Dazu hat man mehrere Möglichkeiten.
Es gibt Objektive, bei denen die Blende einfach manuell ausgetauscht werden kann. Dies ist natürlich nicht sonderlich bequem am kostengünstig herzustellen. Bei vielen Kameras gibt es Blenden, welche in das Objektiv geschwenkt werden und somit eine schnelle und einfache Möglichkeit bieten zumindest zwei oder drei Blenden einzustellen.

Lens Baby Braun Paxima Fujifilm Finepix A330
Objektiv mit austauschbarer Blende Kamera mit Schön- und Schlechtwetterblende Blende einer digitalen Kompaktkamera

Bei der Braun Paxina gab es nur zwei Blenden. Einmal ganz offen und für die Schönwetterblende wird eine ein Ring mit einer kleineren Öffnung in das Objektiv geklappt. So wird es heute auch noch bei so mancher Digitalkamera gehandhabt.
Für ein Maximum an Flexibilität und Einfachheit braucht es eine variabel verstellbare Blende wie die Irisblende

Irisblende

Mit einer Irisblende kann man den Lichteinfall stufenlos verstellen und somit sehr flexibel auf verschiedene Anforderungen an Belichtung und Schärfentiefe reagieren. Eine Irisblende besteht aus mehreren Lamellen, welche eine möglichst kreisrunde Öffnung bilden. Durch einen Mechanismus können diese so in ihrer Position verändert werden, dass der Durchmesser diese Öffnung variiert.
Bei einer Minox 35 ML sieht die Blende z.B. so wie im Bild unten links aus. Hier setzt sich die Blende aus zwei Lamellen zusammen. Die Blende kann stufenlos verstellt werden.

Blende Minox Blende groß Blende klein
Blende aus zwei Lamellen Blende aus 10 Lamellen - große Blendenöffnung Kleine Blendenöffnung

Bei anderen Objektiven setzt sich die Blende aus mehr als zwei Lamellen zusammen, so dass sich eine annähernd kreisrunde Blendenöffnung ergibt.
Da es sich bei diesen beiden Kameras um Sucherkameras handelt, wird die Blende direkt beim Verstellen der Blendenzahl eingestellt. Bei Spiegelreflexkameras oder auch bei Digitalkameras mit Displaysucher wird das nicht so gelöst, da man hier direkt durch das Objektiv das Motiv anvisiert und beim Verkleinern der Blendenöffnung würde selbiges dunkler abgebildet. Um also trotz gewünschter kleiner Blendenöffnung noch das Objekt scharf stellen zu können, wird hier eine Vorwahlblende verwendet. Sprich, man wählt die Blende und erst beim Auslösen wird diese dann eingestellt. Zusätzlich hat man aber meist trotzdem die Möglichkeit manuell abzublenden, so dass vor dem Fotografieren die gewünschte Schärfentiefe überprüft werden kann.

Blendenzahl

Wie weit die Blende offen ist, wird durch die so genannte Blendenzahl gekennzeichnet. Diese gibt das Verhältnis zwischen Brennweite des Objektivs und der Eintrittspupille des Objekts an. Diese Eintrittspupille hängt von der Öffnung der Blende und deren Position im Objektiv ab. Es gibt sie nicht physikalisch, aber wenn man aber von vorne durch das Objektiv schaut, kann man die wirksame Blende und damit die Eintrittspupille sehen. Sie ist im Prinzip die auf die Frontlinse projizierte Blende und gibt an, wie viel von dem Licht, welches auf die Frontlinse trifft, tatsächlich durch die Blende geht. Deswegen nennt man diese Angabe auch die relative Blende. Zum Beispiel bedeutet eine Blendenzahl von 1:2, dass die Eintrittspupille halb so groß wie die Brennweite ist. Also bei einem 50 mm Objektiv wären das 25 mm.
Der Zähler dieses Bruchs ist immer 1, deswegen nennt man der Einfachheit halber oft nur den Nenner. Also in obigen Beispiel würde man von "Blende 2" sprechen.
Es gibt eine Reihe normierter Blendenzahlen, diese beginnt bei 1. Die nächste Zahl ist dann jeweils um den Faktor 1,4 (Wurzel aus 2) erhöht. Also: 1; 1,4; 2; 2,8; 4; 5,6; 8; 11; 16; 22; 32 usw. Verändert man die Blendenzahl von einer auf die nächste Zahl der Reihe, wird der Blendendurchmesser um den Faktor 1,4 kleiner. Dadurch wird die Fläche der Blendenöffnung halbiert und somit auch die Lichtmenge, die durch die Blendenöffnung passt. Also kommt bei Blende 1,4 achtmal so viel Licht durch, wie bei Blende 4.
Zur Angabe der Blende gibt es mehrere Schreibweisen. Blende 8 kann man z.B. folgendermaßen schreiben: 1/8, f/8 oder F8.
Bei Lammellenblenden kann man oft auch Zwischenwerte für Blenden angeben und auch einstellen.

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Sucher

Sucher haben verschiede Funktionen:

Dazu kann man sich verschiedener Prinzipien bedienen:

Brillantsucher Spiegelreflexsucher
Brillantsucher auf der Objektivstandarte einer Balkenkamera Sucher einer Spiegelreflexkamera

Neben dem Objektiv

Alle Sucher die neben der eigentlichen Kameraoptik angeordnet sind zeigen ein leicht versetztes Bild. Dieser Parallaxenfehler wirkt sich im Nahbereich mehr aus als bei weit entfernten Objekten.
In diesem Bild sind man in orange umrahmt, was durch den Sucher erkennbar ist und in blau, was man durch die Linse erkennen kann.

Scuherkamera: Sucher und Objektivsichtbereich
Paralaxenfehler bei einer Sucherkamera

Die einfachsten Sucher ist der Rahmensucher. Dieser besteht aus einem Rahmen und einer Scheibe mit einem Guckloch. Der Abstand der beiden ist so gewählt, dass wenn man durch die Scheibe blickt, kann man im Rahmen den Bildausschnitt abschätzen.
Der Rahmensucher funktioniert nur mit einer Brennweite. Wird diese geändert, muss der Abstand zwischen Scheibe und Rahmen variabel sein.
Rahmensucher kann man sehr kompakt und wegklappbar als Klappsucher bauen. Mit Hilfe einer Linse im Klappsucher kann man einen sehr guten Eindruck vom späteren Foto vermitteln.
Die Weiterentwicklung des Klappsuchers mit Linse ist der Durchsichtsucher. Dieser war lange Zeit Standard bei Kompaktkameras und ermöglicht eine sehr klare Sicht auf das Motiv, die Einblendung zusätzlicher Information neben oder im Sucherbild und sogar die Möglichkeit die Vergrößerung parallel zur Brennweiten zu variieren.
Die Variation der Vergrößerung wird vor allem für Zoomkameras angewendet. Bei Kameras mit Wechselobjektiv hat man sich mit einem Leuchtrahmen beholfen. Dieser hat, je nach Brennweite, eine andere Größe und zeigt somit im Sucherbild den für die Aufnahme relevanten Bildausschnitt. Dieser und Anzeigen zur Belichtung können durch ein Prisma in das Sucherbild gespiegelt. Durch eine Kopplung des Leuchtrahmens an den Fokus können sogar Parallaxenfehler damit vermieden werden.
Wird ein kleiner Bildausschnitt in das Sucherbild gespiegelt, welcher bei nicht korrekter Fokussierung zum original verschoben ist, nennt man den Sucher Messsucher.
Der Brillantsucher besteht aus zwei Sammellinsen und einem Spiegel und zeigt ein spiegelverkehrtes Sucherbild welches, ohne die Kamera ans Auge halten zu müssen zu sehen ist. Mit so eine Sucher wird die Kamera vor dem Oberkörper halten und möglichst senkrecht von oben auf den Suche geblickt werden.
Beim Reflexsucher an einer zweiäugigen Spiegelreflexkamera wird das Sucherbild von einem zweiten Objektiv erzeugt. Da sich dieses auf der selben, zum Fokussieren verschiebbaren Standarte befindet wie das Fotoobjektiv, kann man im Sucherbild die Schärfe des Fotos sehr gut einschätzen.
Das Sucherbild einer zweiäugigen Spiegelreflexkamera wird im Kameragehäuse über einen Spiegel auf eine Mattscheibe reflektiert und kann z.B. über einen Lichtschacht von oben betrachtet werden.

Brillantsucher einer Boxkamera Messsucher mit Leuchtrahmen, Schärfeindikator und Anzeige der Blende Lichtschachtsucher einer Zweiäugigen Spiegelreflexkamera

Durch das Objektiv

Um ein Sucherbild zu erhalten, welches noch mehr näher am späteren Foto ist, muss man durch das eigentliche Kameraobjektiv blicken. Dadurch erhält man eine Vorschau auf Schärfe, Schärfentiefe und Filterwirkung ohne Parallaxenfehler.
Die einfachste Möglichkeit zu so einer Ansicht zu kommen ist, wenn man an der Stelle des Films eine Mattscheibe einsetzt und diese von hinten betrachten kann. So ein Vorgehen ist bei Kameras für Planfilm oder Platten möglich.
Bei Kameras für Rollfilm wird mithilfe eines Spiegels das Licht vor dem Film auf eine Mattscheibe gelenkt. Dieser Spiegel wird für die Aufnahme weggeklappt und ermöglich somit, dass das Licht auf den Film fällt. Das beim Spiegelreflexsucher auf dem Kopf stehende und spiegelverkehrte Sucherbild kann durch ein Dachkanten- bzw. Pentaprisma gedreht und gespiegelt werden, so dass im Pentaprsimensucher ein richtiges Abbild des Motivs gesehen werden kann. Dieser Suchertyp ist der Standardsucher bei (einäugigen) Spiegelreflexkameras.
Bei Digitalkameras kann man vollständig auf einen optischen Sucher verzichten und direkt den Sensor zur Erzeugung eines Sucherbildes verwenden. Das Livebild der Kamera muss dann nur auf dem Monitor auf der Kamerarückseite oder einem elektrischen Sucher (Monitor mit Optik) dargestellt werden.

Sucherbild einer Spiegelreflexkamera mit manuellem Fokus Sucherbild einer digitalen Spiegelreflexkamera
Sucher- bzw. Monitorbild einer Digitalkamera mit elektronischen Sucher
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Hilfsmittel

Blitz

Ein Blitz oder zumindest ein Möglichkeit einen Blitz zu befestigen und auszulösen ist an so ziemlich jeder Kamera vorhanden. Mit einem Blitz kann man im näheren Bereich für Licht sorgen: Blitz.

Belichtungsmessung

Will man nicht raten oder sich auf Erfahrungswerte verlassen und häufig danebenliegen, muss man für eine korrekte Belichtung die Helligkeit des Motivs messen: Belichtungsmessung.

Filmtransport

Analoge Kameras, welche nicht auf Platten sondern auf Film fotografieren müssen diesen auch weitertransportieren können. Dazu muss eine Kurbel für den manuellen Transport oder ein Motor für den automatischen Transport eingebaut sein.
Beim manuellen Transport kann man auch eine Vorrichtung einbauen, welche den Film immer genau ein Negativ weiter transportiert und dann die Vorrichtung bis zum Auslösen blockiert. Bei Boxkameras gab es sowas z.B. nicht und man musste sich an auf dem Filmrücken aufgebrachten Zahlen orientieren und sich merken, ob ein Foto schon belichtet war oder nicht.

Datenspeicherung

Bei Digitalkameras ist immer noch eine Steckplatz für eine Speicherkarte vorgesehen. Damit hat man die Möglichkeit diese zu wechseln.

Stativgewinde

So ziemlich jede Kamera hat an der Unterseite ein Gewinde, an dem sie auf einem Stativ befestigt werden kann. Stative benötigt man bei langen Belichtungszeiten, wenn man den Bildausschnitt exakt festlegen will oder man die Kamera einfach nicht in der Hand halten will und sich keine geeignete Auflagefläche in der Nähe befindet.

Objektivkappe

Um die Frontlinse des Objektivs vor Kratzern zu schützen, besteht bei den meisten Objektiven de Möglichkeit entweder eine Kappe vor die Linse zu setzen oder diese wird durch einen speziellen Mechanismus geschützt.

Befestigung für Handschlaufe oder Riemen

Damit man die Kamera entweder um den Hals oder am Handgelenk tragen und gegen Herunterfallen sichern kann, gibt es Ösen am Gehäuse an denen entweder eine Schlaufe oder ein Nackenriemen befestigt werden können.

Als nächste: Objektive

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