Fotografie

Blitz

Zum Fotografieren braucht man Licht, mehr Licht als das Auge zum Sehen. In den meisten Fällen ist auch genügend Licht vorhanden. Was soll man aber machen, wenn dem nicht so ist? Dann muss man sich das benötigte Licht eben künstlich bzw. zusätzlich erzeugen. Da ein Foto meist in relativer kurzer Zeit entsteht, braucht man zum Aufhellen des Motivs auch keine dauernd leuchtende Lampe, sondern meist reicht es einen kurzen, hellen Blitz einzusetzen.

Historie

Das wussten auch schon die Pioniere der Fotografie und setzten eine lose Mischung aus Magnesiumpulver und Kaliumpermanganat ein, welches über eine Zündschnur in Brand gesetzt wurde. Die Mischung verbrennt in kurzer Zeit und erzeugt dabei ein helles weißes Licht.
Da dieses Verfahren relativ gefährlich, schwer zu kontrollieren und die Zeit des Auslösens ungenau war, hat man mit der Zeit (so um 1950) das Blitzpulver in einer Lampe verpackt und über einen elektrischen Kontakt an der Kamera entzündet.
Ein Blitzkolben ist so eine Lampe und besteht aus einem Glaskolben, welcher innen lackiert und mit Magnesium-Aluminium-Wolle und Sauerstoff gefüllt ist. Zum Zünden ist ein Heizdraht integriert, welcher mit Strom aus der Kamera zum Glühen gebracht wird. Dabei erhitzt sich das Pulver so dass es sich entzündet. Durch die Explosion wird das Pulver in der Lampe verteilt und erzeugt einen hellen Blitz. Die Blitzdauer beträgt bei so einem Blitz ca. 1/30 s.
Diese Blitzlichtbirnen waren nur einmal zu gebrauchen und deswegen wurden oft mehrere davon zu Würfeln oder Quadern in einem Gehäuse mit einem Reflektor pro Blitzlampe zusammengefasst. Wenn die Lampen verbraucht sind, muss der komplette Würfel ersetzt werden.
Um diese Art von Blitzen auch an Kameras ohne Batterie betreiben zu können, kann die Zündung auch piezoelektrisch (wie im Elektrofeuerzeug) oder über einen Zündsatz von einem Schlagbolzen ausgelöst werden.
X-Würfel
X-Würfel
Die sog. X-Würfel (seit 1970) bestehen aus vier Blitzkolben mit jeweils einem vorgespannten Schlagbolzen, welche jeweils einen Zünder am Kolben auslösen. Die Schlagbolzen werden bei aufgesetztem Blitzwürfel mechanisch von der Kamera betätigt und der Blitz entzündet.
Bei dieser Art von Einwegblitzen ist es nicht möglich, die Lichtmenge zu regulieren. Die Belichtung wird über die Blende an der Kamera eingestellt, außerdem ist die Leuchtdauer relativ lang, was dazu führt, dass man eine entsprechend lange Belichtungszeit benötigt.

nach oben

Elektronenblitz

Bei den modernen Blitzgeräten handelt es sich um wieder verwendbare Elektronenblitzgeräte. Diese bestehen aus einer mit Xenongas gefüllten Röhre, welche durch eine elektrische Spannung zum Leuchten angeregt wird.
Ein Elektronenblitz ist im Prinzip so aufgebaut:

Elektronischer Aufbau eines Blitzes
Elektronenblitz

Die Spannung der Batterie wird über den Wechselrichter in Wechselspannung gewandelt, damit diese vom Transformator hochtransformiert werden kann. Denn zum Auslösen des Blitzes braucht man eine hohe Spannung. Danach wird sie wieder gleichgerichtet und lädt den Blitzkondensator und den Zündkondensator auf.
Wenn beide Kondensatoren geladen sind, ist der Blitz bereit.
Durch das Auslösen der Kamera wird, der Zündkondensator entladen. Dadurch entsteht eine kurze Spannungsspitze, welche von der Zündspule noch einmal hochtransformiert und dann von der Zündelektrode in die mit Xenongas gefüllte Blitzröhre geleitet wird. Die hohe Spannung sorgt dann dafür, dass die nicht leitende Gasfüllung ionisiert wird und die Ladung des Zündkondensators abfließen kann. Dadurch wird das Xenongas zum Leuchten gebracht. Die Leuchtdauer der Röhre beträgt ca. 1/1000 s. Die Steuerung der Belichtung übernimmt die Blende der Kamera.

nach oben

Leitzahl

Dazu benötigt man die Angabe der Leitzahl. Diese Zahl gibt an, wie hell ein Blitzlicht ist. Umso höher die Zahl umso heller ist das Blitzlicht.
Die Leitzahl ist das Produkt aus Arbeitsblende und Motivdistanz, gibt also an, bei welcher Blende Objekte in einem bestimmten Abstand korrekt belichtet werden. Dabei wird meist von einer Filmempfindlichkeit von ISO 100/21° ausgegangen. Wobei die Angabe der Leitzahl herstellerspezifisch sein kann. Es lohnt also ein Blick in die Bedienungsanleitung des Blitzgerätes.
Die Belichtungszeit hat erstmal keinen Einfluss auf die Blitzbelichtung, da die Blitzdauer in der Regel äußerst kurz ist. Sie sollte nur mindestens so lang sein, wie die kürzeste Blitzsynchronisationszeit der Kamera.
Diese Angabe ist kameraspezifisch und gibt an, ab welcher Belichtungszeit der Verschluss der Kamera komplett geöffnet ist. Siehe Die Kamera - Aufbau - Verschluss.

nach oben

Computerblitz

Bei der Berechnung der Arbeitsblende aus Motivdistanz und Leitzahl werden weder die Reflexionseigenschaften des Motivs noch die Brennweite berücksichtig. Außerdem wird die Berechnung, wenn man zum Beispiel indirekt blitzt, relativ kompliziert. Das kann zu Fehlbelichtungen führen. Viel praktischer ist es, wenn man die tatsächlich reflektierte Lichtmenge gemessen wird und die Leuchtdauer des Blitzes darauf hin gesteuert wird.
Computerblitz
Computerblitz
Die so genannten Computerblitzgeräte verfügen zusätzlich über einen Thyristor im Stromkreis des Blitzkondensators. Damit ist es möglich die Spannungszufuhr zur Blitzröhre zu unterbrechen und damit den Blitz zu stoppen, wenn das Motiv genügend belichtet wurde. Um die Belichtung zu messen ist entweder zusätzlich ein Lichtsensor im Blitz integriert oder die Blitzelektronik greift auf die Daten des in der Kamera eingebauten Belichtungsmessers zurück. Dies ist vor allem bei Spiegelreflexkameras mit TTL-Lichtmessung sinnvoll. Um zu entscheiden, wann das Objekt genügend beleuchtet ist, integriert die Blitzelektronik das reflektierte Licht auf und schaltet die Blitzspannung beim Erreichen eines eingestellten Grenzwertes ab.
Die nicht verbrauchte Energie des Blitzkondensators kann dann für die nächste Blitzauslösung verwendet werden, d.h. es werden die Batterien geschont und das Blitzgerät ist schneller wieder einsatzbereit.
Wie man mit einem Blitzgerät fotografiert wird im Unterkapitel Fotografieren - Blitzfotografie erklärt.

Fotografie auf www.puchner.org | Kontakt | Sitemap | letzte Änderung: 2005-11-18 | nach oben