Fotografie

Blitzfotografie

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  3. Einsatz

Nichts ist typischer für das Fotografieren, wie der Blitz. Nicht umsonst spricht man von einem Blitzlichtgewitter. Der Blitz ist die praktische Lichtquelle für unterwegs, wenn es mal zu dunkel ist. Er ist schon fast in jeder Kamera eingebaut und wenn nicht, lässt er sich meist einfach aufstecken. Die Bedienung ist meist recht einfach: Blitz zuschalten und abdrücken. Wenn man noch ein paar Tipps beachtet, dann kann man damit auch relativ gute Bilder machen.
Wie ein Blitzgerät funktioniert, wird unter Die Kamera - Blitz erklärt.

Eigenschaften

Blitzsynchronisationszeit

Diese Angabe der Kamera sagt aus, mit welcher minimalen Belichtungszeit Blitzfotografien gemacht werden können. Das hängt damit zusammen, dass wenn der Blitz ausgelöst wird, der Verschluss einmal vollständig geöffnet sein muss. Dies ist er aber erst oberhalb einer bestimmten Belichtungszeit: siehe Die Kamera - Verschluss. Würde man bei einer kürzeren Zeit mit einem Blitzarbeiten, würde nur der Ausschnitt des Filmes belichtet, welcher gerade beim Auslösen des Blitzes im geöffneten Teil des Verschlusses sichtbar ist, da der Blitz selbst eine Leuchtdauer von weniger als 1/1000 s hat.
Die Dauer die Belichtungszeit selbst hat erstmal keinen großen Einfluss auf die Helligkeit einer Blitzaufnahme. Außerdem besteht bei längeren Belichtungszeiten keine große Verwacklungsgefahr, weil das Motiv nur für eine äußerst kurze Zeit beleuchtet wird. Die für Verwacklungen bzw. Bewegungsunschärfen relevante Belichtungszeit wird durch den Blitz bestimmt.

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Leitzahl

Die Leitzahl gibt an, wie hell ein Blitz beim Auslösen leuchtet, also welche Lichtmenge er abgeben kann. Dabei kann die Angabe von Hersteller zu Hersteller variieren. Prinzipiell gilt aber bei ISO 100/21°:
Leitzahl = Arbeitsblende * Entfernung
Das heißt dass man z.B. mit einem Blitz der Leitzahl 30 ein Motiv in 7,5 m Entfernung mit einer Blende von 4 fotografieren kann, wenn man einen Film mit ISO 100/21° eingelegt hat.
Bei einem Film mit doppelter Empfindlichkeit (ISO 200) vergrößert sich die Leitzahl um den Faktor Wurzel 2. Man kann dann entweder mit Blende 5,6 oder ein Motiv in 10,6 m Entfernung belichten. Das ganze kann man dann in folgender Formel zusammenfassen:
Leitzahl * Wurzel (Empfindlichkeit / 100) = Arbeitsblende * Entfernung

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Leuchtwinkel

Der Weitwinkelstreuscheibe
Weitwinkelstreuscheibe
Leuchtwinkel gibt an, wie in welchem Winkel der Blitz sein Licht aussendet. Im Normalfall ist der Leuchtwinkel groß genug, um das Motiv für die Verwendung eines 35 mm Objektives auszuleuchten. Will man aber mit kleineren Brennweiten fotografieren, muss eine so genannte Weitwinkelstreuscheibe verwendet werden. Diese vergrößert den Leuchtwinkel. Zusätzlich wird aber dadurch auch die Intensität des Blitzlichtes geringer, so dass die Leitzahl sinkt und damit die mögliche Entfernung zwischen Blitz und Motiv.
Deswegen sollte man diese Scheibe nur verwenden, wenn man mit einem Weitwinkelobjektiv fotografiert.

Arbeitsblende

Die Belichtung bei der Blitzfotografie wird über die Blende und bei moderneren Blitzgeräten, zusätzlich über die Blitzdauer geregelt. Dazu wird die benötigte Blende, die Arbeitsblende, aus den Gegebenheiten des Motivs und, der Filmempfindlichkeit und der verwendeten Leitzahl des Blitzes errechnet.
Da Leitzahl, Entfernung und Filmempfindlichkeit normalerweise gegeben sind, kann man sich über folgende Formel die benötigte Arbeitsblende errechnen: Arbeitsblende =Wurzel (Empfindlichkeit / 100) * Leitzahl / Entfernung
Die Arbeitsblende kann man sich dann jedes Mal nach oben stehender Formel errechnen. Bei einigen Blitzgeräten wird einem diese Arbeit abgenommen und man kann mit Hilfe einer Tabelle oder einer Rechenscheibe die benötigte Blende ermitteln.
Wenn sich Blitz und Kamera verstehen, d.h. über den Blitzkontakt kommunizieren können, dann errechnet die Blitzautomatik aus eingestellter Fokussierung und Filmempfindlichkeit, sowie der Leitzahl des Blitzgerätes die Arbeitsblende selbst. Wenn ein Blitz perfekt auf eine Kamera abgestimmt ist, dann nennt man so was auch Systemblitz.
Wobei man immer bedenken sollte, dass für die Berechung ein mittlerer Reflexionsgrad von 18% am Motiv vorausgesetzt wird. Sollte das Motiv heller sein, muss man die Blende weiter zu machen als berechnet, bei dunklen entsprechend weiter öffnen.

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Computerblitz

Diese Computerblitz
Computerblitz
Überlegungen nimmt einem der sog. Computerblitz ab. Der misst das reflektierte Licht vom Motiv beim Blitzen mit und schaltet das Blitzlicht beim Erreichen der benötigten Helligkeit ab.
Messen kann der Blitz entweder selbst über einen eingebauten Sensor oder über den Belichtungssensor der Kamera. Wenn dieser dann auch noch die Motivhelligkeit durch das Objektiv misst, wie es z.B. bei Spiegelreflexkameras der Fall ist, dann nennt man das Verfahren auch TTL-Messung. TTL steht für Throug The Lens - durch die Linse/ das Objektiv.




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Verwendung

Blitzlicht ist die am häufigsten verwendete Ersatzlichtquelle um zu dunkle Motive aufzuhellen. Man spricht auch von Aufhellblitz. Das ist auch die treffendste Bezeichnung für diese Lichtquelle und genau dafür sollte man diese auch einsetzten: zum Aufhellen. Der Blitz eignet sich weniger zum Beleuchten eines Motivs. Wenn ich hier von Blitz spreche, dann meine ich die kleinen, teilweise in der Kamera integrierten Blitzlichter, nicht große Blitzanlagen, wie man sie zum Beispiel aus dem Fotostudio kennt.

Indirektes Blitzen

Am Indirektes Blitzen
Indirektes Blitzen
einfachsten funktioniert dass mit Computerblitzen, denn diese schalten ihr Blitzlicht erst ab, wenn die benötigte Helligkeit erreicht ist. Dazu muss man die Blitzlampe so nach oben schwenken können, dass der Sensor und die Kamera weiterhin auf das Motiv gerichtet bleiben.
Bei Blitzgeräten ohne Lichtmessung muss man bei der Berechnung der Arbeitsblende den längeren Weg (Blitz - Decke - Motiv) mit bedenken und entsprechend in die Formel einsetzten
Dabei sollte die Decke möglichst hell sein, sonst reicht womöglich die Blitzleistung nicht aus, um das Motiv zu erhellen. Des Weiteren sollte sie möglichst farbneutral sein, um einen Farbstich zu vermeiden. Am besten Funktioniert es mit einer weißen, normal hohen Zimmerdecke.
Durch dieses sog. Indirekte Blitzen, wird das Licht weicher und das Motiv wirkt weniger flach und hart.

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Blitzschiene

Eingebaute Blitzschiene
Blitzschiene
oder aufgesteckte Blitzlichter befinden sich meist relativ nahe am Objektiv. Dadurch entstehen zwei Probleme:

Abhilfe dagegen schafft zum Beispiel eine Blitzschiene. Diese wird am Stativgewinde der Kamera befestigt und darauf dann der Blitz montiert. Zur Verbindung von beiden, setzt man ein Blitzsynchronisationskabel ein.
Durch die Blitzschiene wird der Abstand zwischen Objektiv und Blitzlicht größer und die oben erwähnten Probleme gemindert.

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Entfesselter Blitz

Wenn Entfesselter Blitz
Entfesselter Blitz
es die Technik zulässt, kann man den Blitz auch weiter weg von der Kamera einsetzten, d.h. der Blitz kann frei im Raum platziert werden. Das hat den Vorteil, dass man zum einen das harte, frontale Licht vermeidet und zum anderen kann man auch weiter von der Kamera entfernte Motive gut ausleuchten.
Zur Berechnung der Arbeitsblende zählt dann die Entfernung zwischen Blitz und Motiv.
Zum Auslösen des Blitzes benötigt man dann entweder ein langes Blitzsynchronisationskabel oder einen Blitz und eine Kamera mit Funkfernsteuerung.
Man kann aber auch zur Auslösung des externen Blitzgerätes, das eingebaute verwenden. Man spricht dann von Master und Slave.

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Master und Slave

Wenn man in größeren Räumen mit Blitz fotografieren will oder muss und auch weiter von der Kamera entfernte Objekte gut ausleuchten will, dann kann man auch mit mehreren Blitzgeräten arbeiten.
Dient dabei der Blitz an der Kamera als Auslöser für den oder die anderen Blitzgeräte, dann heißt der an der Kamera Master und der oder die weiteren Slave. Diese Slave-Blitzgeräte müssen dann über einen Sensor verfügen, welcher den Masterblitz erkennt und dann den Slaveblitz auslöst.
Mit zwei Blitzgeräten kann dann z.B. der Kamerablitz auf die Decke gerichtet werden und der zweite Blitz von der Seite auf das Motiv. Dadurch erhält man eine diffuse Ausleuchtung durch den Hauptblitz und eine seitliche durch den Tochterblitz.

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Blitzrichtung

Nun folgen einige Beispiele, bei denen der Blitz aus verschiedenen Richtungen auf das Motiv gerichtet wurde. Zur Darstellung wurde auf Farbe verzichtet, damit die Auswirkung des Blitzes auf die Helligkeiten im Bild deutlicher wird.
Stillleben ohne Blitz
ohne Blitz
Das erste Bild zeigt die Szene bei vorhandenem Licht. Die Belichtungszeit betrug 2s bei ISO 100 und F8,8.
Das ganze Bild wirkt etwas flau und kontrastarm. Der diffuse Schatten wird durch das Licht, welches durch den Spalt an einem Dachrollo ins Zimmer fällt, erzeugt.
Die nächsten Bilder zeigen die Szene mit:

Direkt und frontal
Direkt und frontal
Mit Diffusor
Mit Diffusor
Indirekt
Indirekt
Entfesselter Blitz
Entfesselter Blitz

Das direkt geblitzte Bild hat hohe Kontraste. Die Schatten sind hart und weil der Blitz fast direkt neben dem Objektiv sitzt, sind diese zu sehr klein. Es wirkt flach und es entstehen Glanzlichter.
Das Stück Papier hat bei der Szene nicht viel gebracht. Die Schatten sind etwas weicher, aber so richtig überzeugend ist das Ergebnis auch nicht. Mit einem Blitzlichtdiffusor wird man wohl ein etwas besseres Ergebnis erzielen.
Sehr überzeugend ist das Bild mit dem indirekten Blitz. Wobei dieses Bild etwas mehr Kontrast vertragen könnte. Man muss aber auch dazu sagen, dass die Decke in dem Raum aus dunklem Holz besteht. Bei einer weißen Decke würde das Ergebnis schon besser wirken.
Der entfesselte Blitz liefert ein interessantes Ergebnis. Es entstehen schöne Kontraste und das Bild wirkt plastischer. Wobei die Position des Blitzes einen großen Einfluss auf das Bild hat. Der entfesselte Blitz lässt sich gut mit einem direkten oder einem indirekten Blitz kombinieren.

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Einsatz

Langzeitsynchronisation

Normalerweise macht man Blitzaufnahmen, indem man die Blitzautomatik einschaltet und die Kamera machen lässt. Dabei stellt diese die typische Blitzsynchronisationszeit und eine berechnete Arbeitsblende ein. Dabei wird nur der Vordergrund richtig ausgeleuchtet, der Hintergrund säuft ab. Um diesen nun auch mit auf Bild zu bekommen kann man folgendermaßen vorgehen:

Manche Kameras bieten diese Möglichkeit von Haus aus an. Dabei können sehr lange Belichtungszeiten entstehen, welche die Gefahr von Verwacklern in sich bergen. Das ist aber nicht weiter schlimm, da ein verwackelter Hintergrund nicht so stark ins Gewicht fällt. Schließlich ist die Entfernung relativ groß, der Hintergrund eher dunkler als das Hauptmotiv und sowieso unscharf, weil er außerhalb der Schärfentiefe liegt und nicht bildwichtig ist. Der Vordergrund wird aufgrund der kurzen, hellen Beleuchtungszeit des Blitzes eingefroren und damit scharf abgebildet.

Ohne Blitz Ohne Blitz:
  • ISO: 100
  • Blende: 4
  • Zeit: 1/2 s
  • Kein Blitz
Relativ lange Belichtungszeit, falls sich das Motiv im Vordergrund bewegt, wird es unscharf.
Blitz-Automatik Blitz-Automatik:
  • ISO: 100
  • Blende: 4
  • Zeit: 1/60 s
  • mit Blitz
Objekt im Vordergrund gut ausgeleuchtet, Hintergrund zu dunkel.
Langzeitsynchronisation: Langzeit- synchronisation:
  • ISO: 100
  • Blende: 4
  • Zeit: 1/2 s
  • mit Blitz
Objekt und Hintergrund sind gut ausgeleuchtet. Die Wand ist fast schon zu hell. Die halbe Belichtungszeit hätte dies vermieden. Sollte sich das Objekt im Vordergrund bewegen, wäre es durch den Blitz eingefroren.
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Zweiter Vorhang

Normalerweise wird der Blitz ausgelöst, wenn der erste Vorhang vollständig geöffnet ist. Dies stellt normalerweise kein Problem dar. Uhr
Synchronisation auf den ersten Vorhang
Wird aber ein bewegtes Objekt mit einer langen Belichtungszeit fotografiert, um etwas Bewegungsunschärfe einzufangen, kann das zu einem komisch wirkenden Effekt führen: das Objekt wird zu Beginn der Belichtungszeit scharf abgebildet, also in seiner Bewegung eingefroren, danach wird aber noch weiterbelichtet und es entsteht eine Bewegungsunschärfe, die von der Anfangsposition weg führt. Dies kann man an dem Sekundenzeiger im nebenstehenden Bild erkennen.
Wenn man nun aber erreichen will, dass die Bewegungsunschärfe am Anfang der Belichtung auftritt und die Endposition eingefroren wird, braucht man eine Kamera, die den Blitz kurz vor dem Schließen des zweiten Vorhangs auslöst.

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Innenraum

Für die meisten Innenraumbilder braucht man eine Blitz, weil die Belichtungszeit sonst zu lange würde und es zu ungewünschter Bewegungsunschärfe kommen kann.
Im einfachsten Fall steht die Kamera auf Automatik und der Blitz schaltet sich automatisch zu. Die Bilder wirken dann flach und durch das helle, frontale Blitzlicht werden Personen und Gegenstände nahe der Kamera oft zu helle, und weiter entfernte zu dunkel abgebildet. Stark reflektierende Gegenstände, wie Glasscheiben, Spiegel oder Metallteile reflektieren den Blitz direkt, so dass man den Blitz teilweise mit fotografiert. Alles Argumente, welche gegen den Einsatz eines Blitzes sprechen.
Dafür spricht aber, dass alle anderen Alternativen zu teuer, zu aufwendig oder untauglich sind. Also bleibt nur das oft in der Kamera eingebaute Notfalllicht übrig.
Um den einen oder anderen Nachteil abzumildern hat man folgende Möglichkeiten.

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Portraits

Bei Portraits mit Kamerablitz gibt es zwei Probleme:

Gegen das erste Phänomen hilft indirektes Blitzen oder der entfesselte Blitz. Weiterhin gibt es im Zubehörhandel diverse Diffusoren, welche man über die Blitzlampe stülpt oder davor befestigt und so ein weicheres Licht erhält.
Rote Augen entstehen, wenn das helle Blitzlicht direkt auf die weit geöffneten Pupillen des Fotografierten trifft. Das Licht wird von der durchbluteten Netzhaut reflektiert und die Augen erschienen auf dem Foto rot. Gegen rote Augen hat jede moderne Kamera die Möglichkeit, einen oder mehrere Vorblitze auszulösen. Diese sollen dazu führen, dass sich die Pupillen verengen und weniger Licht ins Auge trifft. Meist funktioniert das aber nicht sonderlich gut, so dass die Augen auf dem trotzdem noch rot sind. Außerdem wird das Modell durch die Vorblitze geblendet oder auch vorgewarnt, was zu einem unnatürlichen Gesichtsausdruck führen kann.
Besser gegen rote Augen hilft, den Blitz so weit wie möglich vom Objektiv entfernt anbringen. Dazu gibt es je nach Blitz und Kamera mehrere Möglichkeiten:

Zur Blitzsynchronisation verwendet man dann entweder ein Blitzkabel oder einen entsprechend ferngesteuerten Blitz.
Die besten Ergebnisse erhält man natürlich mit einer professionellen Blitzanlage.

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Gegenlicht

Auch bei Gegenlichtsituationen kann ein Aufhellblitz nützlich sein. In einer Gegenlichtsituation ist der Hintergrund deutlich heller, als das Hauptmotiv im Vordergrund. Belichtet man auf den Hintergrund, erhält dieser Zeichnung, der Vordergrund wird aber zu dunkel abgebildet. Belichtet man auf den Vordergrund, wird der Hintergrund überstrahlt und ist durchgehend weiß.

Wirkung des Aufhellblitzes
links ohne, rechts mit Aufhellblitz

Schaltet man den Blitz zu, wird Vorder- du Hintergrund richtig belichtet. Um die richtige Belichtung zu wählen, kann man ähnlich wie bei der Langezeitsynchronisation vorgehen. Man sollte nur darauf achten, dass die Belichtungszeit nicht zu kurz wird. Also mind. Kürzeste Blitzsynchronisationszeit wählen.

Weiter geht es mit Abbildung.

Fotografie auf www.puchner.org | Kontakt | Sitemap | letzte Änderung: 2005-03-26 | nach oben