Fotografie

Einstieg

Als Einstimmung zum Thema Fotografieren - Technik wird hier die grundlegende Bedienung einer (Digital-) Kamera gezeigt und wie man durch geschickten Einsatz mehr aus seinen Bildern heraus holt.

Begriffe

Die wichtigsten Begriffe und Parameter beim Fotografieren:

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Aufbau

Die meisten Kameras sind ähnlich aufgebaut. Ob kleine Kompaktkamera oder Profispiegelreflex, die Funktionen sind überall ähnlich.
Jede Kamera besteht aus einem Gehäuse in welchem die einzelnen Komponenten integriert oder daran befestigt sind. Im Folgenden wird der prinzipielle Aufbau an Hand einer schon etwas älteren Kompaktkamera erklärt.

Kompaktkamera Vorderseite
Kompaktkamera Vorderseite

Das wichtigste Bauteil einer Kamera ist das Objektiv. Dieses sorgt dafür, dass Licht auf den Sensor fällt, die Bilder scharf werden und man den Bildausschnitt verändern (zoomen) kann. Das Objektiv ist im ausgeschalten Zustand bei vielen Kompaktkameras komplett eingefahren und durch einen Verschluss geschützt. Bei Kameras mit großem Objektiv kann es sein, dass es durch einen Deckel manuell verschlossen werden muss. Dies ist ein Schutz für die Frontlinse gegen Kratzer und sorgt dafür, dass kein Staub oder Fingerabdrücke auf die Linse kommen.

Hinter dem Objektiv sitzt der Sensor, welcher in diesem Fall 6,3 Megapixel = 6.300.000 Pixel hat. Wie schon geschrieben, es handelt sich dabei um eine ältere Kamera. Moderne Kameras haben eine vielfach höhere Auflösung.
Ein Pixel ist ein Bildpunkt und umso mehr Pixel ein Sensor hat, desto höher ist theoretisch die Auflösung der Fotos. Physikalisch bedingt kann man die Pixelanzahl aber nicht beliebig hoch schrauben, da dann Bildfehler wie Rauschen vermehrt auftreten und den Vorteil der vielen Pixel schnell in einen Nachteil kehren.
Für die meisten Fotos reicht eine Auflösung zwischen 6 und 12 Megapixel. Pixelzahlen darüber benötigt man nur für große Poster.

Im Objektiv befindet sich die Blende, irgendwo zwischen Frontline und Sensor der Verschluss und ein weiterer kleiner Elektromotor welcher den Fokus des Objektivs verstellen kann.
Ein weiterer Elektromotor verstellt das Objektiv beim Zoomen und fährt es beim Einschalten aus dem Gehäuse.
Der Ein-/Ausschalter kann entweder als Taster, Schieber oder als Ring um den Auslöser ausgeführt sein. Nach dem Betätigen wird die Kamera aufnahmebereit gemacht. Dazu wird das Objektiv ausgefahren, der Monitor angeschaltet und die Software gestartet. Dies kann, je nach Kamera, sehr schnell gehen oder auch ein paar Sekunden dauern. Mit der gleichen Taste kann man die Kamera wieder ausschalten.
Der Auslöser hat fast immer zwei Stufen, durch leichtes Drücken stellt die Kamera scharf und die Belichtung ein, drückt man dann ganz durch, wird das Foto aufgenommen. Diese zwei Stufen haben einige Vorteile, so kann man:

In vielen Kameras ist ein Blitz eingebaut. Dieser ist meist relativ klein und hat nur eine geringe Reichweite. Bei größeren Kameras gibt es deswegen oft noch einen Blitzschuh, auf welchem größere Blitze mit mehr Leistung aufgesteckt werden können.
Wenn es der Kamera zum Scharfstellen zu dunkel ist, hilft das Autofokus-Hilfslicht. Dies ist entweder eine extra Lampe oder im Blitz integriert.
Desweiteren hat eine Kamera verschiede elektrische Anschlüsse, um z.B. Fotos zu übertragen, einen Fernseher anzuschließen oder den Akku zu laden.

Kompaktkamera Rückseite
Kompaktkamera Rückseite

Hinten, also dem Benutzer zugewandt, kann man den Monitor und manchmal einen Sucher erkennen. Ein Sucher kann eine kleine Optik oder ein kleiner Monitor sein, welcher das gleiche Bild zeigt wie der Monitor. Bei den meisten kleinen Kameras gibt es keinen Sucher mehr.
Zum Verstellen der Brennweite dient bei dieser Kamera eine Wippe, welche mit dem Daumen bedient wird. Bei anderen Modellen kann es auch ein Ring sein, welcher um den Auslöser angebracht ist. Bei größeren Kameras kann man meist die Brennweite direkt am Objektiv verstellen.

Funktionen
Funktionen

Bei der Bedienung unterscheiden sich die Kameras oft deutlich. Meist gibt es aber eine Vierwegewippe, welche zur Navigation im Kamera Menü genutzt wird.
In das Menü kommt man über die Menütaste. Manchmal gibt es auch noch eine zweite Taste, mit der man in ein spezielles, oft kleineres und übersichtlicheres Menü kommt.
Es gibt eine Taste zur Bildanzeige, diese Funktion kann aber auch am Einschalter oder am Moduswahlrad zu finden sein.
Mit der Displaytaste kann man die Anzeigen auf dem Monitor verändern, so dass z.B. ein Histogramm oder andere Informationen eingeblendet werden.
Manche Tasten sind auch doppelt belegt. Je nachdem, ob man sich im Menü oder im normalen Betrieb befindet, haben diese dann andere Funktionen. So dient in diesem Beispiel die Menütaste zusätzlich auch zu Bestätigen einer Eingabe und die Displaytaste zum Verlassen eines Menüpunktes.
Einige Funktionen können aber direkt ohne Menü aufgerufen werden. Dazu zählt, falls vorhanden, die Blitzsteuerung.
Oft findet man auch eine Makrotaste (Blume), mit der man der Kamera sagen kann, dass man gerne ein Motiv im Nahbereich fotografieren möchte.
Unten an der Kamera befindet sich noch eine Klappe hinter der sich der Akku und die Speicherkarte befinden. Außerdem hat jede Kamera ein Stativgewinde.

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Funktionen

Ein gutes Foto erkennt man an zwei Merkmalen: einer guten Bildgestaltung und einer hinreichend perfekten technischen Ausführung. Bei der Bildgestaltung ist man ziemlich auf sich alleine gestellt, aber bei der technischen Ausführung kann man sich durch die Kameraelektronik unterstützen oder sogar ersetzen lassen.
Der schnellste und einfachste Weg ein technisch brauchbares Foto zu schießen ist, die Kamera im vollautomatischen Modus zu betreiben. Dieser Modus ist durch z.B. die Bezeichnung "Auto" oder ein grünes Quadrat kennzeichnet. Hier übernimmt die Kamera die Regie und legt alle Bildparameter fest.
Dazu zählen:

Fokus

Um ein scharfes Foto zu erhalten, muss das Objektiv genau auf die Entfernung zwischen Kamera und Motiv eingestellt werden. Dazu kann die Kamera entweder über eine speziellen Sensor die Entfernung messen oder sie verstellt so lange das Objektiv, bis das Bild scharf ist. Es kann aber passieren, dass die Kamera den Fokus nicht findet. Sollte dies der Fall sein, kann es sein, dass sie nicht auslöst.
Wenn sich nun nicht alle Motive im anvisierten Bildausschnitt in der selben Entfernung zur Kamera befinden, muss sich die Elektronik auch noch für ein Motiv entscheiden. Schließlich kann sie nur auf eine Entfernung scharf stellen. Sie wird sich entweder für das nahste Motiv oder für das in der Bildmitte entscheiden. Sollte die Kamera eine Gesichtserkennung haben, wird sie versuchen auf ein erkanntes Gesicht scharf zu stellen.
Egal für was sie sich entscheidet, es wird auch dem Bildschirm oder im Sucher durch ein Kästchen angezeigt.

Belichtung

Die Helligkeit von Fotomotiven kann sehr stark variieren, so ist es im Sonnenlicht deutlich heller, als in einem Zimmer. Wie sich das Auge an diese Variationen anpassen muss, so muss sich auch die Kamera an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse anpassen.
Zuerst muss aber die Helligkeit gemessen werden. Dazu wird entweder ein spezieller Helligkeitssensor oder der Bildsensor verwendet. Mit der Helligkeitsinformation müssen dann die drei Parameter eingestellt werden: Belichtungszeit, Blendenöffnung und Sensorempfindlichkeit.
Es kommt aber nicht nur auf die absolute Helligkeit an, sondern auch auf das Motiv selbst, d.h. die Kamera muss das Bild analysieren und dann die Belichtung noch etwas anpassen. So muss z.B. Schnee etwas heller aufgenommen werden, damit er im Bild nicht grau wirkt.

Weißabgleich

Nicht jede Beleuchtung erzeugt Licht mit derselben spektralen Zusammensetzung. Spätestens seit dem Verbot von Glühbirnen und dem gesteigerten Verkauf von Energiesparlampen kennt so ziemlich jeder den Unterschied zwischen warmem und kaltem Licht. Jede Art der Beleuchtung hat eine andere Farbzusammensetzung. So ist das Licht der Mittagssonne kühler als z.B. das Licht am Abend kurz vor Sonnenuntergang. Diese Farbzusammensetzung des Lichts hat natürlich auch Einfluss auf die Darstellung von Farben.
Das Gehirn kann das am Alltag relativ gut ausgleichen, auf Fotos muss das aber von der Kamera erledigt werden. Wird der Weißabgleich falsch gemacht, haben die Fotos einen Farbstich und sehen unnatürlich aus.

Farben und Kontraste

Die realistische Farbwiedergabe und das was der Mensch an Farben erwartet ist nicht unbedingt immer dasselbe. So sollten Landschaftsaufnahmen ein sattes Grün und einen eher dunkelblauen Himmel haben um schön zu sein. Eine grünlich Färbung in einem Gesicht wirkt eher unschön.
Auch hier muss die Kamera das Motiv erahnen und dann bei der Farbgebung etwas nachregeln.
Weiterhin kann durch eine automatische Anhebung des Kontrastes der Bildeindruck verbessert werden.

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Programme

Am schnellsten und unkompliziertesten kommt man zu einem Foto, wenn man die Kamera alles selbst entschieden lässt. Dabei verliert man aber die Kontrolle über das Bild und wenn die Elektronik nicht das gleiche erkennt, wie der Fotograf, sind die Ergebnisse enttäuschend.
Wenn es also mit der Vollautomatik mal nicht so klappt, dann sind manuelle Eingriffe nötig. Im Einfachsten Fall ist das die Verwendung eines Motivprogramms.

Motivprogramme

Hier werden bestimmte Parameter perfekt auf die gewählte Fotoaufgabe eingestellt. Dazu zählt der Autofokus (z.B. Verfolgungsfokus im Sportprogramm), der Blitz (z.B. Langzeitsynchronisation beim Nachtportrait), die Farben (satteres Grün bei Naturaufnahmen), der Fokusbereich (z.B. kleiner als ein Meter im Makroprogramm), Serienbild (z.B. schnelle Bildserien im Sportprogramm) oder die Belichtungskorrektur (z.B. + 1 Blende bei Aufnahmen im Schnee).
Die Auswahl des Programms kann entweder direkt am Programmwahlrad vorgenommen werden oder man wählt "Scene" oder "Motiv" am Wahlrad und muss das das richtige Programm im Kameramenü auswählen. Dort wird einem oft auch gleich erklärt, für welche Art von Aufnahmen sich dieses Programm eignet.

Programme bei einer Canon EOS 30D
Programme bei einer Canon EOS 30D

Die Motivprogramme lassen oft ein paar mehr manuelle Anpassungen zu, als die Vollautomatik. Die volle Kontrolle über seine Kamera erhält man aber trotzdem nicht.

P - A - S - M

Noch mehr Freiheiten bei den Einstellungen bekommt man, wenn man in eine der Belichtungsautomatiken wechselt. Dort bekommt man hauptsächlich Unterstützung bei der Belichtung, alle anderen Einstellungen kann und muss man selbst vornehmen.
Belichtungsautomatiken heißt, hier kann man wählen und einstellen, in wie weit man sich bei den Einstellungen von Blende und Belichtungszeit unterstützen lassen will. Die Buchstaben PASM (bei Canon P, Tv, Av und M) stehen für:

Alle anderen Parameter, wie Belichtungskorrektur, Fokus, Weißabgleich usw. können manuell eingestellt oder auf "Auto" belassen werden.
Wann man welches der vier Programme verwendet hängt vom Motiv ab. Hier mal ein paar Beispiele:

Programm
Diese Belichtungsautomatik kann man eigentlich immer verwenden. Je nachdem, wie die Lichtverhältnisse sind, kann man bei Bedarf die Belichtung nach Plus oder Minus korrigieren.
Wenn man in Modus P fotografiert und dabei die Parameter wie Farbe und Kontrast auf neutral einstellt, erhält man natürliche Fotos, welche sich auch am Rechner noch gut nachbearbeiten lassen.

Aperture
Aperture ist Englisch und heißt Blende. Diese wird in diesem Programm auch vom Benutzer eingestellt. Man kann dieses Programm auch Zeitautomatik nennen, da die Zeit automatisch gewählt wird.
Die Blendenvorwahl kommt dann zum Einsatz, wenn man die Tiefenschärfe definiert einsetzen möchte. Das kann bei einer Porträtaufnahme sein, wenn man wirklich nur die Person scharf abbilden und den Hintergrund verschwimmen lassen will. Dann wählt man eine möglichst offene Blende (kleine Blendenzahl) und fokussiert auf die Augen.
Bei Landschafts- und Architekturaufnahmen will man eine möglichst großen Schärfentiefe haben und deswegen stellt man eine möglichst kleine Blende (große Blendenzahl) ein.

Shutter
Schutter ist auch wieder Englisch und bedeutet Verschluss. Hier wird also die Verschlusszeit voreingestellt und die Blende von der Kamera bestimmt. Diese Einstellung macht Sinn, wenn man z.B. bei Sportfotos eine bestimmte kleine Belichtungszeit braucht, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden. Manchmal will man aber auch eine gewisse Bewegungsunschärfe haben und so kann man durch die Veränderung der Belichtungszeit den Grad der Unschärfe definieren.

Manual
Auch wieder Englisch, aber einfach. Beide Parameter werden von Hand eingestellt. Die Kamera zeigt aber an, ob man dabei über oder unterbelichten wird.
M macht Sinn, wenn man z.B. Nachts ein Feuerwerk fotografieren will. Dabei stellt man durch die Belichtungszeit ein, wie hell die Umgebung erscheinen soll und mit der Blende die Helligkeit der Raketenexplosionen.

Belichtungskorrektur

Mit der Belichtungskorrektur kann man die Einstellungen der Belichtungsautomatik korrigieren. So kann es nötig sein, bei Gegenlicht etwas mehr zu belichten, als die Kamera berechnet hat.
Symbolisiert wird diese Option oft mit Quadrat mit je einem Plus- und einem Minuszeichen.

Bedienfeld eine Fujifilm F70 EXR
Bedienfeld eine Fujifilm F70 EXR
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Fokus

Auch beim Fokus kann man eingreifen, denn nicht immer findet die Kamera das anvisierte Motiv. Das kann daran liegen, dass sie die Entfernung zu eben diesem nicht messen kann, weil es zu dunkel ist oder zu wenig Kontrast aufweist.
Eine andere Möglichkeit ist, dass die Kamera gar nicht erkennt, was denn das Motiv sein soll, da es sich im Bild an einer Stelle befindet, auf die die Elektronik nicht achtet.
Um der Kamera zu sagen, was das Motiv ist und worauf sie also scharf stellen soll, gibt es mehrere Möglichkeiten.
Bei vielen Kameras kann man sich ein Feld für den Autofokus (AF) aussuchen und somit den Bildausschnitt bestimmen in dem das Motiv liegt. Bei Kameras mit Touchscreen geht das sogar sehr elegant und schnell durch Antippen auf dem Bildschirm. Bei anderen gibt es entweder eine Taste oder man muss ins Menü und dann über das Steuerkreuz den Fokusbereich festlegen.
Sinnvoll kann es auch sein, immer den Bereich in der Mitte des Bildausschnitts zum Fokussieren zu verwenden. Will man nun auf ein bestimmtes Motiv scharf stellen, visiert man dieses mit der Bildmitte an, drückt den Auslöser halb und fixiert somit die Entfernung. Danach kann man den eigentlichen Bildausschnitt wählen und den Auslöser ganz durchdrücken.

Kamera schwenken
Auslöser halb drücken, Kamera drehen, ganz durchdrücken.

Der Trick mit dem halb durchdrücken ist auch sehr praktisch, wenn man in einem ganz bestimmten Moment ein Bild machen möchte, dies kann zum Beispiel bei einer Veranstaltung sein, bei der Sportler bestimmte Figuren machen. Wenn man erst im entscheidenden Moment den Auslöser betätigt, kann es sein, dass der AF zu lange benötigt und man das Foto zu spät macht. Um also die Zeit zu verkürzen kann man schon mal halb durchdrücken und den AF seine Arbeit machen lassen. Wenn dann der richtige Moment ist, drückt man einfach ganz durch und die Kamera macht ihr Bild ohne lange Pause.
Dies funktioniert natürlich nur richtig gut, wenn sich das Motiv nicht auf einen zu oder weg bewegt. Aber selbst dafür gibt es eine Lösung, den kontinuierlichen AF. Dieser erkennt Bewegungen des Motivs und verfolgt dieses mit der Schärfe.
Andere Schwierigkeiten treten auf, wenn das Motiv im Dunkeln liegt oder der Kontrast recht niedrig ist. Dann kann es passieren, dass der AF die richtige Entfernung nicht messen kann und die Kamera somit keine scharfen Fotos produziert.
Aber auch da kann man helfen. Entweder man schaltet das AF-Hilfslicht an, visiert ein genausoweit entferntes Motiv an, drückt halb durch, schwenkt die Kamera auf den gewünschten Bildausschnitt und löst dann aus, oder man fokussiert manuell.
Der manuelle Fokus entweder direkt am Objektiv einschaltbar oder im Kameramenü. Die Schärfe muss an anhand des Sucherbildes eingestellt werden. Kameras mit Lifeview zeigen dann oft vergrößertes Bild und helfen damit bei der Einstellung.

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Verwackeln

Auch wenn der Fokus perfekt eingestellt wurde, kann es passieren, dass Fotos unscharf werden. Das kann dann z.B. daran liegen, dass die Kamera beim Belichten bewegt und somit das Foto verwackelt wurde.
Die Ursache für verwackelte Fotos ist meist in einer zu langen Belichtungszeit zu suchen, wobei noch andere Faktoren eine Rolle spielen:

Eine ähnliche Unschärfe stellt sich auch ein, wenn man bewegte Motive mit einer zu langen Belichtungszeit aufnimmt. In diesem Fall ist aber nur das bewegte Motiv unscharf, unbewegte Bildelemente sollten nicht verwischt sein.

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Bildrauschen

Wenn man Fotos mit möglichst kurzen Belichtungszeiten und kleinen Blendenöffnungen machen will, muss man die Empfindlichkeit der Kamera erhöhen. Dies kann zu Bildrauschen und vor allem bei groß ausgelichteten Fotos einer schlechten Bildqualität führen. Wenn man also keine Gefahr läuft, das Foto wegen einer zu langen Belichtungszeit zu verwackeln, sollte man eine möglichst niedrige Empfindlichkeit wählen um eine hohe Bildqualität zu erhalten.

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Blitz

Wenn es mal zu dunkel ist und die Kamera trotz maximaler ISO-Einstellung Belichtungszeiten jenseits von Gut und Böse anzeigt, dann hilft nur noch ein Blitz. Die eingebauten Varianten erzeugen nur Licht für ein paar Meter, alles was weiter weg ist, wird nicht genügend erhellt. In einem Sportstadion oder bei einem Konzert beleuchtet er also nur die Hinterköpfe der Personen ein paar Reihen vor dem Fotografen.
Braucht man mehr Power, kann ein Aufsteckblitz helfen. Wenn kein Blitzschuh vorhanden ist, kann man auch einen sogenannten Slave-Blitz kaufen. Dieser löst aus, wenn er einen anderen Blitz blitzen sieht. Dies kann dann wieder der kleine, eingebaute Blitz sein.
Dem eingebauten oder aufgesetzten Blitz kann man natürlich auch sagen, wie er sich zu verhalten hat.
Es stehen meist folgende Optionen zur Verfügung:

Die ersten drei Optionen erklären sich von selbst. Um rote Augen zu verhindern, kann man vor dem eigentlichen Blitz einen Vorblitz zünden. Dieser führt zu einer Verengung der Pupillen der Fotografierten und verhindert somit rote Augen auf dem Foto.
Bei Blitzaufnahmen wird die Belichtungszeit meist auf 1/ 60 s eingestellt. Will man statt dessen eine längere Zeit Belichten, stellt man den Blitz auf Langzeitsynchronisation (slow).

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Bildqualität

Man kann an einer Digitalkamera die Größe und die Qualität der gespeicherten Fotos einstellen. Dazu gibt es im Menü meist einen Punkt. Es ist immer empfehlenswert Fotos in voller Auflösung und mit hoher Qualität zu speichern. Vor Jahren, zu Beginn der Digitalfotografie, war Speicher noch teuer. 1 MB Flash-Speicher hat mehr als 1 Euro gekostet, da musste man kleine Fotos aufnehmen - die konnten zu der Zeit auch meist nur 3 Megapixel. Heute kostet 1 GB weniger als 1 Euro (Faktor 1000 billiger) und die Auflösung der Kameras hat sich nur versechsfacht.
Meist reicht es die Bilder als JPEG abzuspeichern und RAW nur für besonders komplizierte Aufnahme zu verwenden. JPEG hat den Vorteil, dass es wohl auch noch in 30 Jahren gelesen werden kann. Wohingegen das bei RAW-Aufnahmen nicht sicher, aber zumindest sehr wahrscheinlich ist.

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Zubehör

Man kann sich viel Zubehör für seine Kamera kaufen, vieles davon braucht man nur für spezielle Fototechniken oder Motive. Folgendes Equipment ist aber für jeden sinnvoll und auch gar nicht so teuer.
Foto einer Kameratasche
Tasche
Als erstes braucht man eine Tasche in der man die Kamera transportieren kann. Sinnvollerweise sollte sich diese dicht verschließen lassen und gepolstert sein. Kunstlederhüllen, wie sie bei manchen Kameras dabei sind, schützen zwar den Monitor vor Kratzern, können aber wenig Staub abhalten und auch nicht so gut bei Stürzen schützen.
Weiterhin ist zweiter Akku(-satz) sehr nützlich. So hat man immer einen Reserveakku dabei und muss sich nicht rein auf die Akkuanzeige verlassen, denn diese kann ganz schnell von fast voll zu leer wechseln. Bei den Akkus muss man nicht unbedingt die original Akkus verwenden, wobei man damit natürlich auf der sichereren Seite ist als mit den billigen Varianten.
Außerdem sollte man auch immer ein kleines Microfasertuch (fusselfrei) dabei haben, um die Linse von Wasser oder Fett befreien zu können. Bei den Kompaktkameras ist das aber oft schwer, da die kleine Frontlinse tief im Objektiv sitzt und man schlecht dran kommt. Da kommt man dann mit einem Wattestäbchen weiter. Dabei sollte man aber aufpassen, keine Fasern im Objektivverschluss einzuklemmen.
Als letztes ist noch ein Stativ zu empfehlen. Das kann auch ein kleines, günstiges sein, Hauptsache man kann die Kamera damit sicher und waagerecht hinstellen.
Auf einem Stativ kann man lange Belichtungszeitung verwenden ohen Gefahr zu laufen, verwackelte Fotos zu erhalten.
Stative sind nützlich wenn man selbst mit aufs Bild will und sonst niemand da ist. Fotos mit dem langem Arm aufnehmen führt meist zu schrecklichen Ergebnissen, deswegen:

Will man einfach nur mit langer Belichtungszeit (z.B. Nachts) fotografieren, sollte man auch mit dem Selbstauslöser arbeiten, denn die Kamera könnte beim manuellen Auslösen - vor allem auf leichten und unstabilen Stativen - wackeln und somit das Bild zerstören. Dabei reicht aber eine Zeit von 2s für den Selbstauslöser.
Weiter geht es mit Schärfe.

Fotografie auf www.puchner.org | Kontakt | Sitemap | letzte Änderung: 2013-12-30 | nach oben