Fotografie

Landschaft

Das Wort Landschaft kommt aus dem Althochdeutschen und meinte die Gesamtheit der Bewohner eines Landes. Es war von der Bedeutung also mit Mannschaft vergleichbar. Erst im Mittelalter wechselte die Bedeutung des Wortes und mit Landschaft meint man nun einen begrenzten Naturraum, welcher sich durch seine besonderen Eigenschaften von den ihn umgebenden Gebieten abhebt.
Landschaften sind z.B. die Berglandschaft, die Waldlandschaft oder auch die Stadtlandschaft. Aber auch Gebiete mit Eigennamen wie der Bayerische Wald oder die Toskana sind Landschaften im ökologischen Sinn.
Donaulandschaft mit Schloss Wörth
Albrecht Altdorfer:
Donaulandschaft
mit Schloss Wörth (um 1522)
In der Kunst bezeichnet man als Landschaft die bildliche Darstellung eines Ausschnitts aus einem Naturraum.
Diese Art der Naturdarstellung hat sich erst Anfang des 16. Jahrhunderts entwickelt und als eigene Gattung in der gegenständlichen Malerei etabliert. Vorher gab es natürlich auch Darstellungen mit Landschaftsmotiven, diese wurden aber eher als Hintergrund zu anderen Motiven verwendet.
Die Fotografie hat sich dem Thema Landschaft von Anfang an angenommen und ist immer noch eines der beliebtesten überhaupt.

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Ausrüstung

Für Landschaftsaufnahmen braucht man keine großartige Ausrüstung, hier reicht oft eine einfache Kompaktkamera. Egal ob digital oder analog. Will man nur Landschaften in der Totalen fotografieren reicht eine Kamera mit Fixfokus.
Kompaktkamera
Kompaktkamera
Bei Digitalkameras gilt das gleiche, es hat sogar Vorteile, wenn man eine Kamera mit einem möglichst kleinen Sensor verwendet, da dadurch die Schärfentiefe größer wird und man Aufnahmen bekommt, welche von Vorne bis Hinten knackig scharf sind.
Besitzt die Kamera auch noch einen schwenkbaren Monitor, kann man Aufnahmen aus jeder Perspektive machen, ohne sich zu stark verrenken oder gar im Dreck wälzen zu müssen.
Kameras mit Live-View, also der Möglichkeit, den Bildausschnitt am Monitor festzulegen, haben auch bei Verwendung eines Stativs Vorteile. Inzwischen kann das auch fast jede neue Spiegelreflexkamera.
Für Landschaftsaufnahmen dürfen es ruhig ein paar Megapixel mehr sein, auch wenn dadurch das Rauschen in den hohen ISO-Stufen mehr wird, als bei welchen mit weniger Auflösung. Man kann bei den meisten Landschaftsfotos auf die hohen Empfindlichkeiten verzichten. Das Mehr an Auflösung kann man für Ausschnittsvergrößerungen und für großflächige Ausbelichtungen nutzen.
Praktisch sind Kameras, an welche man Filter schrauben kann. Ein helles Display bzw. ein Sucher (elektrisch oder optisch) sind bei hellem Sonneschein von Vorteil.
Die Optik sollte möglichst einen echten Weitwinkel (28 mm Kleinbild und kleiner) bieten, da diese Brennweite oft bei Landschaftsaufnahmen benötigt wird. Längere Brennweiten sind aber auch nützlich, vor allem, wenn man ein Objekt freistellen will. Die Optik selbst darf verzeichnen, da in der Natur relativ wenige gerade Linien vorkommen, nur beim Horizont sollte man aufpassen, damit dieser nicht allzu gewölbt wird.
Auf den Blitz, eine hohe Bildfrequenz oder kurze Auslöseverzögerung muss man weniger oder gar keinen Wert legen.
Für Landschaftsaufnahmen wird auch meist ein Stativ empfohlen, denn damit sei es einfacher, sich auf einen Motiv einzustellen. Dabei verliert man aber einiges an Flexibilität und Spontaneität, so dass man auch darauf verzichten kann. Unbedingt zu empfehlen ist ein Stativ aber bei langen Brennweiten, wenig Licht und bei Serienbildern zur Anfertigung von Panoramen oder Tonemapping-Bildern.
Eine kleine Auswahl an Filtern sollte man dabei haben. Zu den wichtigsten zählen:

Empfehlenswert ist auch eine Sonnenblende, mit welcher man die Reflexionen der Sonne auf der Frontlinse verhindern kann.
Je nach Wetter sollte man auch eine Wasserdichte Tasche für die Kamera und ein Tuch zum Reinigen der Frontlinse oder der Filter dabei haben.
Ersatzakkus und eine weitere Speicherkarte sind fast schon selbstverständlich.

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Motive

Die Motive in der Landschaftsfotografie sind so vielfältig wie die Landschaft an sich. Wobei die Grenzen zur Naturfotografie fließend sind. Die Motive reichen von ganzen Landschaften bis zu einzelnen Elementen wie Bäumen oder Wasserfällen. Wenn die Motive noch kleiner werden (z.B. Blumen) oder Tiere das Hauptmotiv werden, dann spricht man von Natur- bzw. Makrofotografie.
Ein sehr wichtiges Element in der Landschaftsfotografie sind Lichtstimmungen, wie sie abhängig von Wetter, Tages- und Jahreszeiten auftreten.

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Landschaften

Will man die Gesamtheit einer bestimmten Landschaft darstellen, dann nimmt man eine kurze Brennweite und tritt zusätzlich noch einen Schritt zurück oder erklimmt gar einen erhöhten Aussichtspunkt. Um noch mehr aufs Foto zu bekommen und die räumliche Tiefe zu betonen muss man eine kurze Brennweite bzw. ein Weitwinkelobjektiv verwenden.

Abendlicht
Abendlicht
Outback
Outback
Norwegen
Norwegen

Durch diese Übersichtsaufnahmen kann man den Eintrug eines tollen Ausblickes oder das Gesamtbild einer fremden Landschaft vermitteln.
Dabei sollte man aber darauf achten, dass der Bildaufbau spannend bleibt und es was zum entdecken gibt. Hauptsache weit weg und wenig Brennweite führen oft auch zu langweiligen Bildern. Dagegen hilft zusätzlich ein Motiv im Vordergrund mit aufnehmen. Dabei muss man eine kleine Blende wählen, damit Vorder- und Hintergrund scharf werden.
Man sollte aber trotzdem aufpassen, dass man nicht zu viel aufs Bild packt, sonst wird es schnell unübersichtlich.

Regen
Regen
Ausblick
Ausblick
Burg
Burg
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Wald

Wald bedeckt einen großen Teil der Erde und weckt im Menschen die verschiedensten Emotionen. Vor allem in unseren Breiten ist der Wald mit Märchen und sagenhaften Gestallten verbunden. Feen, Zwerge, Elfen, der Böse Wolf und Robin Hood leben im Wald. wo es dunkel ist und man kann nicht weit blicken. Das merkt man auch, wenn man im Wald fotografieren will. Durch das Blätterdach des Waldes fällt wenig Licht, dadurch muss man länger Belichten, als z.B. auf dem freien Feld. Fällt dann doch Licht in den Wald, sind die Kontraste zwischen Schatten und Licht sehr hoch und übersteigen schnell den Belichtungsumfang der Kamera bzw. des Films.
Die Stämme der Bäume verhindern, dass man weit blicken kann. Das wird im Foto noch verstärkt.

Wald
Wald
Im Wald
Im Wald
IR-Filter
IR-Filter
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Wasser

Wasser ist ein vielfältiges Fotomotiv. So spiegeln sich in einer ruhigen Wasseroberfläche Objekte und der Himmel, das sich brechende Meer erzeugt Dynamik und ein kleiner Bachlauf verspricht Romantik. Wasser ist lebenswichtig, kann lebensgefährlich sein, Spaß bedeuten oder ein Hindernis darstellen.
Typische Wassermotive sind Sonneuntergänge am Meer und Wasserfälle. Wasser als Motiv ist aber weitaus vielfältiger und kann für viele spannende Fotos sorgen.

Spiegel
Spiegel
Durchsichtig
Durchsichtig
Meer
Meer
Dynamik
Dynamik
Wasserfall
Wasserfall
Ruhe
Ruhe
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Berge

Die schroffe und raue Berglandschaft ist ein toller Ort, um spektakuläre Bilder von reizvollen Motiven zu machen. Von einem Gipfel oder einem anderen Aussichtspunkt lassen sich sehr schöne Fotos machen. Wenn man sich auf einzelne Motive konzentrieren will, kann man sich mit schroffen Felsen und der robusten Vegetation auseinandersetzten.

Hochalpen
Hochalpen
Königsee
Königsee
Winter
Winter
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Bildgestaltung

Einzelne Elemente

Will man einzelne Elemente einer Landschaft, z.B. einen Felsen, betonen, dann hat man mehrere Möglichkeiten vorzugehen.
Man kann mit einer langen Brennweite das Objekt vom Rest der Landschaft freistellen, in dem man mit einer großen Blendenöffnung für einen begrenzten Schärfebereich sorgt.
Wählt man eine kurze Brennweite kann man diese Objekte inklusive ihrer Umgebung zeigen. Eine weitere Möglichkeit ist ein tiefer Standpunkt, welcher das Motiv mit dem Himmel als Hintergrund zeigt, so dass sie sich etwas von der umgebenden Landschaft abhebt.

Lawabrocken
Lawabrocken
Uluru
Uluru
Baum
Baum
Baum mit Sonne
Baum mit Sonne
Kaktee
Kaktee
Windenergie
Windenergie
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Wasser

Wasser ist immer faszinierend, egal ob als Fluss, stiller See und welliges Meer.
Je nach Belichtungszeit kann man den Fluss des Wassers einfrieren und dadurch sogar einzelne Tropfen, Strudel und Wellen sichtbar machen.

Wasserfall 1/250s
Wasserfall 1/250s
Wasserfall 4s
Wasserfall 4s
Apostel 1/400s
Apostel 1/400s
Apostel 8s
Apostel 8s

Wenn Wasser ruhig ist und keine oder wenige Wellen vorhanden sind, kann es als Spiegel der Landschaft dienen, so dass sich ein symmetrische Bildaufbau bewerkstelligen lässt. Je nach Lichtverhältnissen und Farbe des Grundes, kann es aber auch durchsichtig sein und den Blick auf den Boden zulassen. Beide Effekte kann man mit Hilfe eines Polfilters noch verstärken.
Wasser ist aber auch gefährlich für die Kamera. Wenn man einmal unachtsam ist und einem die Kamera ins Wasser fällt, kann diese schnell einen Schaden davon tragen. Dabei ist Salzwasser noch gefährlicher als Süßwasser. Sollte die Kamera doch einmal nass werden, muss man schnell handeln und den Akku entfernen, so dass es nicht zu Fehlströmen in der Kamera kommen kann. Danach sollte das Gehäuse von außen trocknen und alle Klappen öffnen, so dass eingedrungenes Wasser entweichen kann. Danach sollte man die Kamera so an einem trockenen Ort lagern.

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Lichtstimmungen

Bei fast jeder Art von Fotografie ist die Lichtstimmung ein wichtiges Gestaltungs- und Bildelement, so auch bei Landschaftsaufnahmen. Im Gegensatz z.B. zur Portraitfotografie hat man hier aber keinen Einfluss auf die Lichtverhältnisse, man muss also die Lichtstimmung, welche gerade vorherrscht akzeptieren oder eben auf eine andere warten. Das kann etwas Geduld erfordern, um z.B. auf den Sonnenuntergang zu warten oder man kommt an einem anderen Tag einfach wieder.
Das Wetter, die Jahres- und vor allem die Tageszeit haben den größten Einfluss auf das Licht. Je nach Bewölkung ist das Licht der Sonne dunkel, diffus oder hell und direkt. Im Winter steht die Sonne tiefer (lange Schatten) und trifft deswegen in einem flacheren Winkel auf die Erde. Dadurch wirkt das Licht gefälliger als im Sommer. Wenn die Sonne auf- oder untergeht steht sie auch tief und die Farbe des Lichtes und die Helligkeit ändern sich schnell, so dass von Minute zu Minute eine andere Lichtstimmung herrscht.
Sonnenuntergänge gehören zu den beliebtesten Motiven, auch wenn sie etwas kitschig wirken können.

See
See
Felsen
Felsen
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Waldweg
Waldweg
Sonnenstrahlen
Sonnenstrahlen
Birke
Birke
Pause
Pause
Ausblick
Ausblick
Abend
Abend
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Jahreszeiten

Der Wechsel der Jahreszeiten verursacht in der Natur einiges an Veränderung: das Wetter, das Licht und die Landschaft haben in jeder Jahreszeit eine andere Charakteristik. Um die Jahreszeit im Bild deutlich darzustellen muss man ein oder mehrere Merkmale mit einfangen. Den Wechsel der Jahreszeiten kann man auch nutzen, in dem man von einer Landschaft zu unterschiedlichen Jahreszeiten Aufnahmen macht und so den Wandel in einer Bildserie dokumentiert.

Frühling
Frühling
Sommer
Sommer
Herbst
Herbst
Winter
Winter
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Schöne Landschaften zu jeder Jahreszeit gibt es z.B. im Odenwald. Vorallem der Golde Herbst und die Apfelblüte sind fotografishce Highlights.
Als Unterkunft für die ganze Familie:
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Nachbearbeitung

Zu den Standardkorrekturen zählt:


Drehen, Zuschneiden, Aufhellen, Schärfen, Kontrast.

Die Belichtungskorrektur ist wie immer eine der wichtigsten Aufgaben, den der Belichtungsumfang der meisten Digitalkameras reicht oft nicht an den Dynamikumfang von Landschaftsaufnahmen heran, vor allem dann, wenn die Sonne hell schneit und es tiefe Schatten gibt. Da hilft dann nur etwas dunkel zu belichten und die Helligkeit hinterher richtig zu verteilen. Meist reicht es aus, die mittlere Helligkeiten so einzustellen, dass die Szene die passende Helligkeit hat und dann mit den Reglern für Lichter und Schatten den Kontrast so weit wie möglich zu erhöhen.
Die Lichttemperatur sollten die meisten Kameras richtig erfassen und automatisch einstellen, wenn aber die Automatik trotzdem mal daneben liegt, kann man immer noch nachkorrigieren.
Die Sättigung sollte man bei der Aufnahme selbst nicht zu hoch einstellen und dafür lieber hinterher bearbeiten.
Man kann Landschaftsfotos auch noch weiter bearbeiten und z.B. dramatische Effekte erzielen. Sehr beliebt bei Landschaftsfotos, vor allem, wenn die Sonne mit im Bild ist, sind Tonemapping und DRI.


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